unsere Haut
ist ein Schutzschild und erfüllt zahlreiche lebenswichtige Funktionen!
Als Immunsystem erster Ordnung kann sie ihre Abwehrkraft nur dann voll entfalten, wenn sie gesund ist.
Die drei Schichten
Im Innersten finden wir die Subcutis, das Unterhautfettgewebe; darauf folgt die Derma, die Lederhaut, für Elastizität und Festigkeit unserer Haut; hierin liegen auch die Blut-, Nerven und Lymphgefässe.
Die oberste Schicht ist die Epidermis, die Oberhaut, die ständigen Veränderungs-prozessen unterliegt und sich ständig erneuert.
Die Epidermis wiederum besteht aus vier Schichten. Die unterste ist die Basalzellenschicht, worin die Zellteilung stattfindet.
Die Basalzellen oder Keratinozyten verhornen während ihrer 28-Tage-Wanderung zur Hautoberfläche und werden zur Hornschicht, die dann als kleine Schuppen abgestossen werden. Diese dünne Schicht gilt als Schutzwall gegen Eindringlinge und trägt dazu bei, ob unser Organismus schlechter oder besser funktioniert.
Hypolipid-Mantel
Er ist die erste Barriere und liegt als Oberflächenfilm auf der Epidermis; setzt sich aus Wasser und Fett zusammen und wird aus Schweiss und Talg gebildet. Dieses Fett/Wasser-Gemisch schützt als Emulsion die Haut vor dem Austrocknen. Somit ist der Hydrolipidmantel eine körpereigene Emulsion, die von Lecithin und Cholesterin als natürliche Emulgatoren zusammengehalten wird.
Die Bakterien – Freunde und Helfer
In unserem Hydrolipidmantel leben von Geburt an Milliarden von Bakterien, Pilzen und Viren als sogenannteresistente Keime. Sie bilden mit uns eine enge Lebensgemeinschaft und sind für uns lebensnotwendig.
Als Hautflora trainieren sie unser Immunsystem und bilden gleichzeitig einen Schutz gegen krankmachende und fremde Keime. Ohne sie wären wir allen Krankheitserregern schutzlos ausgeliefert.
Damit diese Keime für uns wirken können, brauchen sie einen schwach sauren Hydrolipidmantel mit
einem pH-Wert von 4,6-6,5. Deshalb wird er auch oft als Säureschutzmantel bezeichnet und steht für eine gesunde Hautflora, die uns vor krankmachenden Keimen schützt.
Ist unser Immunsystem und somit unsere Haut geschwächt, sei es durch Stress, falsche Pflege- und Reinigungsmittel und andere hautschädigende Produkte, wird diese Barriere durchbrochen und die nächsteVerteidigung in der Haut muss aktiv werden.
Die Hornschicht
Ihre Zellen sind vollständig verhornt, sie sind unbeweglich und mit Hornsubstanz = Keratin ausgefüllt. Laufend werden sie als Schuppen abgestossen und wieder nachgebildet.
Eine intakte Hornschicht erschwert das Eindringen von Fremdstoffen und verhindert weitgehend denVerlust von Wasser. Dieser Wasserrückhalt wird durch eine Kittsubstanz, dem Zellmörtel ermöglicht. Er besteht aus fettähnlichen Substanzen, den Hornschichtlipiden; vor allem Ceramide, diverse Fettsäuren, Alkohole,Cholesterol und Lecithin. Entstehen auch nur winzige Löcher in dieser Schicht, tritt vermehrt Flüssigkeit aus und unsere Haut wird trocken.
Die Epidermis
Das Immunsystem der Haut besteht aus den spezialisierten Keratinozyten, die gemeinsam mit den Hautbarrieren die vielfältigen Angriffe körperfremder Substanzen oder infektiöser Keime aus der Umwelt abwehren.
Die absterbenden Hornzellen bilden wertvolle Substanzen wie das Interferon, das zur Bekämpfung der Krebszellen und von Infektionen wichtig ist.
Andere Keratinozyten sind in der Lage, schädliche Zellen zu fressen (phagozytieren).
Bei Abwehrvorgängen kommunizieren die Zellen untereinander mittels chemischen Substanzen, den sogenannten Signal- oder Botenstoffen.
Die Langerhans-Zellen
Sind ein weiterer Baustein der Immunabwehr und kommen nur in dieser Form in der Haut vor. Sie stammen aus dem Knochenmark und entwickeln Strategien gegen Bakterien, Viren, Tumorzellenund Fremdstoffen.
Die Epidermis als Grenzorgan hat ein differenziertes Immunsystem das mit den anderen Immunsystemen des Körpers zusammenarbeitet und heisst SALT = skin associated lymphoid tissue oder Haut-assoziiertesImmunsystem. Dieses System und die Immunsysteme des Darms und der Schleimhäute bilden zusammen ein faszinierendes Immunnetzwerk, das uns vor Krankheitskeimen schützt.
Neben dem Darm ist die Haut das grösste Abwehrorgan des Körpers.
Riechfunktion
Unsere Haut hat weiter auch Riechrezeptoren und kann unsere Mischungenbuchstäblich tatsächlich riechen, wodurch auch viele biochemische Reaktionen im Körper entstehen.
Beachten wir, dass Riechrezeptoren auch in den Lungen, den Nieren oder dem Darm vorkommen, sehen wir schnell, dass es Sinn macht, synthetischen und naturidentischen Duftstoffen und weiteren synthetischen Produkten kritisch zu begegnen.